Das sind die 5 berühmtesten Rollstuhlfahrer
Wissenschaft, Politik, Kunst, Film und Sport – die Lebenswege dieser 5 berühmtesten Rollstuhlfahrer könnten unterschiedlicher kaum sein. Und doch verbindet sie etwas Entscheidendes: Sie liessen sich nicht von ihren körperlichen Einschränkungen aufhalten. Ihre Geschichten zeigen, dass Barrieren zwar das Leben auf den Kopf stellen können, nicht aber Talent, Kreativität oder den Wunsch, etwas zu bewegen.
Der Physiker, der unser Bild vom Universum veränderte.
1. Stephen Hawking (1942–2018)
Wenn heute über Schwarze Löcher oder den Ursprung des Universums gesprochen wird, fällt fast zwangsläufig ein Name: Stephen Hawking.
Mit gerade einmal 21 Jahren erhielt der britische Physiker eine Diagnose, die sein Leben komplett veränderte: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Die Ärzte gaben ihm damals nur noch wenige Jahre zu leben.
Doch Hawking widerlegte nicht nur zahlreiche wissenschaftliche Theorien, sondern auch sämtliche Prognosen. Im Laufe der Jahre verlor er nahezu vollständig die Kontrolle über seine Muskulatur und war dauerhaft auf einen Elektrorollstuhl angewiesen. Mithilfe eines Sprachcomputers hielt er Vorträge auf der ganzen Welt, veröffentlichte Bestseller und entwickelte Theorien, die unser Verständnis des Universums bis heute prägen.
Fun Fact
Stephen Hawking war für seinen rasanten Fahrstil bekannt und soll angeblich einmal dem britischen Thronfolger Prinz Charles über die Füsse gefahren sein.
Der Präsident, der die USA durch ihre schwersten Krisen führte.
2. Franklin D. Roosevelt (1882–1945)
Kaum ein Politiker prägte das 20. Jahrhundert so sehr wie Franklin D. Roosevelt.
Mit 39 Jahren erkrankte er an Polio, einer Virusinfektion, die zu einer dauerhaften Lähmung seiner Beine führte. Obwohl er fortan auf Rollstuhl und Orthesen angewiesen war, kandidierte er für das höchste politische Amt der Vereinigten Staaten.
Roosevelt wurde der einzige US-Präsident, der viermal gewählt wurde. Er führte das Land durch die Weltwirtschaftskrise, initiierte den New Deal und spielte eine entscheidende Rolle während des Zweiten Weltkriegs.
Interessanterweise wurde seine Behinderung in der Öffentlichkeit damals kaum gezeigt. Fotograf*innen wurden häufig gebeten, ihn möglichst nicht im Rollstuhl zu fotografieren – ein Spiegelbild der damaligen gesellschaftlichen Wahrnehmung.
Fun Fact
Franklin D. Roosevelt war ein leidenschaftlicher Briefmarkensammler, der im Laufe seines Lebens über 1,2 Millionen Briefmarken zusammentrug. Als Präsident entwarf er sogar selbst Briefmarkenskizzen, darunter Abwandlungen berühmter Kunstwerke. Seine allerletzten offiziellen Amtshandlungen betrafen den Kauf der ersten neuen Briefmarken der Vereinten Nationen.
Die Frau, die ihren Schmerz in Kunst umwandelte.
3. Frida Kahlo (1907–1954)
Kaum eine Künstlerin ist heute so ikonisch wie Frida Kahlo.
Mit sechs Jahren erkrankte sie an Polio, wodurch ihr rechtes Bein dauerhaft geschwächt blieb. Mit 18 Jahren erlitt sie zusätzlich einen schweren Busunfall, bei dem ihre Wirbelsäule, ihr Becken und mehrere Knochen brachen. Es folgten über 30 Operationen. In den letzten Jahren ihres Lebens verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand so stark, dass sie häufig einen Rollstuhl nutzte.
Kahlos Leben war geprägt von körperlichem Schmerz, schweren Schicksalsschlägen und einer leidenschaftlichen, oft schwierigen Liebe zu Diego Rivera. Doch statt diese Erfahrungen zu verstecken, machte sie sie zum Mittelpunkt ihrer Kunst. Ihre Selbstporträts erzählen von Verletzlichkeit, Identität, Schmerz und Stärke und gelten heute als Meilensteine der modernen Kunst.
Fun Fact
Bei ihrer ersten Einzelausstellung in Mexiko erschien Frida Kahlo – entgegen ärztlichem Rat – im Krankenbett, das mitten in der Galerie aufgestellt wurde.
Der Schauspieler, der Superman ein Gesicht gab.
4. Christopher Reeve (1952–2004)
Millionen Menschen kannten Christopher Reeve als Superman.
Berühmt wurde der US-amerikanische Schauspieler 1978 durch seine Hauptrolle im Film «Superman», der damals weltweit ein riesiger Kinoerfolg wurde. Reeve war zwar nicht der erste Darsteller, der Superman spielte, aber er wurde zur wohl ikonischsten Verkörperung der Figur.
1995 veränderte ein Reitunfall sein Leben von einem Moment auf den anderen. Reeve verletzte sich schwer an der Halswirbelsäule und war danach vom Hals abwärts gelähmt. Fortan war er auf einen Rollstuhl und Beatmung angewiesen.
Doch statt sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, nutzte er seine Bekanntheit für ein neues Ziel: Er setzte sich für Menschen mit Rückenmarksverletzungen ein, gründete mit seiner Frau die heutige Christopher & Dana Reeve Foundation und wurde zu einer der wichtigsten Stimmen für Forschung, Rehabilitation und Inklusion.
Fun Fact
Christopher Reeve setzte sich bei seinem Vorsprechen gegen rund 200 andere Schauspieler durch. Seine Rolle als Clark Kent in «Superman» machte ihn über Nacht weltberühmt und brachte ihm 1979 den BAFTA Award als vielversprechendster Newcomer ein.
Die erfolgreichste Rollstuhl-Tennisspielerin aller Zeiten.
5. Esther Vergeer (*1981)
Dominanz im Spitzensport lässt sich kaum eindrucksvoller beschreiben als mit dem Namen Esther Vergeer.
Nach einer Operation aufgrund einer Gefäßfehlbildung im Rückenmark blieb sie dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen. Was folgte, ist bis heute einzigartig.
Zwischen 2003 und ihrem Karriereende 2013 blieb niederländische Rollstuhlbasketball- und Rollstuhltennisspielerin 470 Spiele in Folge ungeschlagen. Sie gewann 48 Grand-Slam-Titel und vier paralympische Goldmedaillen.
Viele Sportexpert*innen bezeichnen sie deshalb als eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten.
Fun Fact
Während ihrer letzten zehn Karrierejahre verlor Esther Vergeer kein einziges Einzelmatch.
