«Ich war schon eine selbstbewusste Person, aber durch BRO ist das noch mehr verstärkt.»
Dass BRO Pilot Sezer nie zuhause anzutreffen ist, ist kein Zufall. Der Abenteurer und Ehrenamtler aus dem Raum Stuttgart ist, wann immer er kann, ständig unterwegs – sei es mit Freunden, Familie oder bei ehrenamtlichen Tätigkeiten. Nicht umsonst ist sein Lebensmotto: «We have a choice to live or to exist».
Sezer lebt in der Nähe von Stuttgart und hat sich im Leben nie von Herausforderungen abhalten lassen. Schon seit Geburt an lebt er mit der Diagnose «Spastische Tetraparese». Was ihm dabei half, war nicht nur seine Entschlossenheit, sondern auch die Entscheidung, das richtige Hilfsmittel für seinen aktiven Lebensstil zu finden – den Scewo BRO. Heute sieht Sezer den BRO als unverzichtbaren Begleiter, der ihm nicht nur Mobilität, sondern auch ein neues Maß an Freiheit und Selbstständigkeit schenkt.
Vom ersten Staunen zur ersten Fernreise
Den Scewo BRO entdeckte Sezer wie viele andere: beim ersten Auftritt in der Sendung «Die Höhle der Löwen». Sein erster Gedanke damals: «Cooles Ding!» Das war es dann aber auch – zunächst. Einige Jahre später, während er im Internet surfte, tauchte plötzlich eine Scewo-Werbung auf, mit dem Hinweis auf eine kostenlose Probefahrt. «Stimmt, da war ja was!», dachte er sich und füllte das Formular aus. Zwei Wochen später saß er für eine Probefahrt bereits im BRO. Seitdem hat sich einiges verändert.
Als ehrenamtlicher Kassenwart in seiner Fußballabteilung ist Sezer mit dem BRO flexibler denn je. Und erst vor Kurzem unternahm er seine erste große Fernreise: Köln. «Was mich sehr geprägt hat, ist, dass ich öfters schnell und einfach selbstständig irgendwo hin kann, ohne jemanden fragen zu müssen, ob er mich fahren oder begleiten muss», erzählt Sezer.
Diagnose Spastische Tetraparese
Die Spastische Tetraparese, auch zentrale Parese genannt, ist eine neurologische Erkrankung, die die Bewegungskoordination und das Gleichgewicht beeinträchtigt. Sie führt zu einer zunehmenden Steifigkeit der Muskulatur, was die Mobilität der Betroffenen stark einschränkt. Besonders die Arme und Beine sind betroffen, was alltägliche Aktivitäten wie Gehen, Stehen oder Greifen erschwert.
Zu den typischen Anzeichen zählen eine erhöhte Muskelspannung sowie gesteigerte Eigenreflexe. Darüber hinaus treten häufig unwillkürliche Bewegungen (pathologische Reflexe) auf. Obwohl die Krankheit in ihrer Ausprägung unterschiedlich ist, erfordert sie oft den Einsatz von Hilfsmitteln wie Rollstühlen, um Mobilität und Selbstständigkeit zu ermöglichen.
(Quelle: Bundesministerium für Gesundheit)
Sehen und gesehen werden
Was Sezer von Anfang an faszinierte, war die Vielfalt an Funktionen, die BRO bietet. «Ich nutze 90 % aller Funktionen», sagt er überzeugt. Gerade in Momenten, in denen pathologische Reflexe einsetzen, gibt ihm der BRO die nötige Reaktionsfähigkeit. Im Alltag ist es vor allem der Sitzlift, der für ihn den Unterschied macht: Auf Augenhöhe mit seinen Mitmenschen zu sprechen, sie wirklich wahrzunehmen und auch selbst wahrgenommen zu werden, mache einen großen Unterschied.
Im Sommer darf die Relaxfunktion nicht fehlen, mit der sich BRO in eine liegeähnliche Position bringen lässt. «Da schauen die Leute auch oft und fragen sich, was ist denn mit dem los?», erzählt er und lacht dabei. Aufgefallen ist Sezer schon immer. Mit dem BRO zieht er jedoch noch mehr Blicke auf sich. Doch es stört ihn nicht, im Gegenteil: Was als neugieriger Blick beginnt, endet oft in einem spannenden Gespräch – und genau diese Begegnungen sind es, die Sezer sichtlich Freude bereiten.
Finanzierung: Ein harter Weg, der sich lohnt
Den BRO hat Sezer vollständig über die Krankenkasse finanziert bekommen. Der Prozess war nicht einfach, aber seine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt: «Da ich so ein hartnäckiger Mensch bin, der nicht locker lässt und vor allem weiß, dass ich im Recht bin, dann kämpfe ich auch.» Anderen Betroffenen rät er deshalb: dranbleiben, die eigenen Rechte kennen und mit gezielten Argumenten überzeugen. Der Antragsprozess erfordere Geduld und starke Nerven, meint Sezer, aber er lohne sich. Und wer seinen Fall gut vorbereitet, sagt er, sitzt am Ende ebenfalls im BRO.
