Bro-App Testing
20. Juni 2021 | #Scewo Family #Tipps & Tricks

Da ist sie, die neue Scewo BRO App

Wir von Scewo haben höchste Ansprüche an das Design und möchten Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein Produkt zur Verfügung stellen, das fantastisch aussieht. Damit machen wir auch vor der dazugehörigen App nicht halt und ziehen es bis ins Detail durch. Doch wie entwickelt man eine App, die den Bedürfnissen der Nutzer*innen, den Ansprüchen eines Designers und eines App-Entwicklers gerecht wird?

Unsere App erstrahlt im neuen Design. Einem Design, das zu dem unseres Elektrorollstuhls passt wie die Faust aufs Auge. Grosse Knöpfe, neue Symbole und ein übersichtliches Layout zeichnen die App aus. Diese und weitere Elemente ermöglichen eine intuitive Bedienung auch mit geringen feinmotorischen Fähigkeiten. Mit dieser tollen App wagen wir nun einen nächsten grossen Schritt: Unsere App ist neu auch im App-Store erhältlich!

Scewo BRO App im App-Store

Unsere App kannst Du von nun an direkt im App-Store von Apple runterladen. Dazu haben wir für Dich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt.

Design trifft auf Software: So gestaltet man eine App neu

Bei der Überarbeitung der Scewo BRO App trafen der detailverliebte Industrial-Designer Leo und der pragmatische iOS-Entwickler David aufeinander. Im Interview erzählen sie, wie man bei einer App-Neugestaltung vorgeht und wie man möglichst allen Ansprüchen gerecht wird.

Leo Hess
Mit seinem Auge für Details ist er verantwortlich für das schlichte, benutzerfreundliche Design der neuen BRO-App.
Leo Hess
Industrial Designer
David Walter
Er sorgt dafür, dass jeder Knopf seine Funktion erfüllt, und hat die BRO-App mit viel Leidenschaft aufgebaut.
David Walter
iOS-Entwickler

Was macht man bei einer App-Überarbeitung? Und wie seid ihr vorgegangen?

Leo: Bei einer App-Überarbeitung wird die ganze App neu gestaltet. Dazu gehören Formen, Farben, Aufbau etc.. Bevor wir mit der Umsetzung anfingen, analysierten wir die Rückmeldungen unserer bestehenden Nutzer*innen und definierten daraus Voraussetzungen. Als Designer war es meine Aufgabe, das neue Design zu entwerfen. Ich schaute mir unterschiedliche Apps an und suchte Elemente, die mir gefallen. Auch sah ich mir Apps an, die besonders benutzer*innenfreundlich sind und versuchte dies für unsere App abzuleiten. Aus diesen Elementen und Mustern erstellte ich eine Sammlung mit Ideen, die mir als Vorlage für meinen Entwurf diente. Schliesslich gestaltete ich die einzelnen Bildschirme der App und gab den Vorschlag an David zur Umsetzung weiter.

David: Aus Entwicklersicht ist es besonders wichtig, zu Beginn klar festzulegen, was softwaretechnisch möglich ist und was nicht. Danach wartete ich darauf, dass Leo seine Magie walten liess. Sein Entwurf überzeugte mich sofort und wir mussten nur ein paar kleine Dinge anpassen. Danach bin ich jeden Knopf, jedes Textfeld, jedes Element der bestehenden App durchgegangen und habe alles dem neuen Design angepasst. Da die Funktionalität bereits bestand, war es ein bisschen, als würde man bei verschiedenen Hebeln die Griffe auswechseln. Anschliessend verfeinerten wir die App in einem stetigen Feedback-Prozess mit der BRO Crew, untereinander, aber auch mit anderen Mitarbeiter*innen von Scewo.

Was war euch bei der Überarbeitung besonders wichtig?

D: Wir sind nach dem Prinzip «Form folgt Funktion» vorgegangen. Die Funktionen, die die App erfüllen muss, standen bereits fest. Das Design haben wir dann diesen Funktionen angepasst und nach ihnen gerichtet.

L: Es war uns wichtig, dass die App nicht nur gut aussieht, sondern auch in Gestaltung und Aufbau den Bedürfnissen unserer BRO Crew gerecht wird. In einem ersten Schritt legten wir nun den Grundstein der Überarbeitung, der Feinschliff in Sachen Aussehen folgt laufend. Bevor wir die App also bis ins kleinste Detail ausgestalten, möchten wir herausfinden, wie sie ankommt. So können wir die Rückmeldungen auch gleich wieder einbauen.

Apropos BRO Crew: Wie habt ihr sichergestellt, dass die BRO Crew die einzelnen Funktionen in der App auf Anhieb versteht und einfach bedienen kann?

L: Mit der App überarbeiteten wir auch die Symbole der verschiedenen Modi. In einem ersten Schritt testeten wir also verschiedene Symbole und ihre Verständlichkeit direkt mit der BRO Crew und bei Personen, die BRO noch gar nicht kennen. Dadurch konnten wir testen, wie gut die Symbole verstanden werden und ob sie jeweils mit dem richtigen Modus in Verbindung gebracht werden. Die angepassten Symbole integrierten wir gleich in die App und führten eine zweite Testrunde durch. In der zweiten Runde wollten wir herausfinden, wie die App als Ganzes funktioniert und ob sie intuitiv bedienbar ist. Wir haben dabei das Verhalten der Fahrer*innen beobachtet und konnten so herausfinden, wo die App automatisch verstanden wird oder eben nicht.

D: Besonders im zweiten Schritt konnten wir extrem viele wertvolle Rückmeldungen sammeln. Diese Anmerkungen setzen wir dann wieder um und starteten eine letzte Feedbackrunde mit der BRO Crew. Das Sammeln des Feedbacks wird jedoch nie abgeschlossen sein, da wir unsere App stetig weiterentwickeln und dabei immer auch die Meinung unserer BRO Crew mit einbeziehen.

Was war für euch die grösste Herausforderung bei einer solchen Überarbeitung und gibt es etwas, das ihr beim nächsten Mal anders machen würdet?

L: Manchmal fiel es mir schwer, mich nicht zu sehr auf Details zu konzentrieren. Auch war es nicht ganz leicht, die verschiedenen Funktionen der App unter einen Hut zu bringen. Die App soll als Erweiterung des Rollstuhls etwas bieten können und die Bedienung soll Freude machen. Dies ist uns auch gut gelungen.

D: Der gewählte Ablauf passte sehr gut und wir kamen gut voran. Auch das Endresultat gefällt mir sehr gut. Beim Redesign einer App oder ähnlichen Aufgaben ist es besonders wichtig, die Bedürfnisse der BRO Crew aufzunehmen und anschliessend zu priorisieren. Dies ist sehr anspruchsvoll, aber auch genauso spannend.

Einstellungen BRO-App

Was gefällt euch am Besten?

Auf meine Frage, was den beiden an der neuen App am besten gefällt, sind sie sich einig: «Der Hauptbildschirm, also das Kontrollzentrum». Es sei trotz seiner vielen Funktionen sehr übersichtlich und sie hätten eine schöne Linie gefunden, die sich durch die gesamte App zieht.

Trotz des Gegensatzes zwischen Detailverliebtheit und knallhartem Pragmatismus verlief die Zusammenarbeit harmonisch und das Endprodukt wird allen Anforderungen gerecht. Für die beiden steht fest: Eine App zu entwickeln ist ein stetiger Prozess, der nie zu Ende geht.

Einen Überblick der Änderungen findest Du hier.